Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Amilou Reisen mit Hund – Reiseplanungs- und Beratungsdienstleistungen
Stand: 04.09.2026
§ 1 Geltungsbereich und Vertragspartner
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für alle Verträge über Reiseplanungs- und Beratungsleistungen zwischen
Karin Ewen – Amilou Reisen mit Hund
Oben der Hörne 3
26683 Saterland
Website: amilou-reisen.de
E-Mail: info@amilou-reisen.de
Es wird gemäß § 19 Abs. 1 UStG keine Umsatzsteuer berechnet (Kleinunternehmerregelung).
(nachfolgend „Anbieterin" oder „wir") und ihren Kundinnen und Kunden (nachfolgend „Kunde").
(2) Diese AGB gelten sowohl gegenüber Verbrauchern (§ 13 BGB) als auch gegenüber Unternehmern (§ 14 BGB), soweit nachfolgend nicht ausdrücklich differenziert wird.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, die Anbieterin stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
(4) Diese AGB gelten in ihrer zum Zeitpunkt der Bestellung bzw. Beauftragung gültigen Fassung.
§ 2 Abgrenzung: Reiseplaner, kein Reiseveranstalter
(1) Die Anbieterin bietet ausschließlich Beratungs- und Planungsleistungen für hundefreundliche Reisen an. Gegenstand der Leistung ist die Erstellung individueller Reisevorschläge, Recherche und Zusammenstellung von Informationen zu Unterkünften, Aktivitäten, Reisezielen und sonstigen touristischen Angeboten sowie die Erteilung von Empfehlungen (nachfolgend „Reiseplanung").
(2) Die Anbieterin ist kein Reiseveranstalter im Sinne des § 651a BGB. Sie stellt keine Pauschalreise im Sinne des § 651a Abs. 2 BGB zusammen, bietet keine Bündelung von mindestens zwei unterschiedlichen Reiseleistungen zu einem Gesamtpreis an und schließt selbst keine Verträge über Beförderungs-, Beherbergungs- oder sonstige Reiseleistungen im eigenen Namen ab.
(3) Sämtliche im Rahmen der Reiseplanung empfohlenen Leistungen (z. B. Hotels, Ferienwohnungen, Fähren, Aktivitäten, Restaurants) werden – sofern der Kunde sich für eine Buchung entscheidet – direkt zwischen dem Kunden und dem jeweiligen Leistungsträger (z. B. Hotel, Fährgesellschaft, Aktivitätsanbieter) gebucht und vertraglich vereinbart. Die Anbieterin wird hierbei nicht Vertragspartnerin des Kunden hinsichtlich dieser Reiseleistungen und tritt allenfalls als Vermittlerin in fremdem Namen auf, sofern und soweit dies im Einzelfall ausdrücklich vereinbart wird.
(4) Es obliegt dem Kunden, die empfohlenen Leistungen eigenverantwortlich zu prüfen und die Buchung, Zahlung sowie Vertragsabwicklung mit dem jeweiligen Leistungsträger selbst vorzunehmen, soweit nichts anderes ausdrücklich vereinbart ist.
(5) Auf die Verträge zwischen dem Kunden und den jeweiligen Leistungsträgern finden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie ggf. reiserechtlichen Schutzvorschriften (u. a. §§ 651a ff. BGB) des jeweiligen Leistungsträgers Anwendung, nicht diese AGB.
(6) Die Anbieterin erhält von den empfohlenen Leistungsträgern (Hotels, Fährgesellschaften, Aktivitätsanbietern o. Ä.) keine Provisionen, Affiliate-Vergütungen oder sonstigen finanziellen Vorteile für Empfehlungen oder Buchungen des Kunden. Die Vergütung der Anbieterin erfolgt ausschließlich durch das vom Kunden gezahlte Honorar gemäß § 5. Dies unterstreicht die Unabhängigkeit der Empfehlungen und die Einordnung als reine Beratungs- und Planungsleistung.
§ 3 Leistungsumfang (Beratung/Planung)
(1) Der genaue Leistungsumfang richtet sich nach dem jeweils gebuchten Paket bzw. der individuellen Beauftragung. Die Anbieterin bietet insbesondere folgende Leistungspakete an:
- Einstieg (29 €): Reiseplanung für eine norddeutsche Region, kompakter 3-Tage-Plan, 3 hundefreundliche Unterkunftsvorschläge, 5 Aktivitätstipps, 1 Restaurant-/Café-Tipp pro Tag, 1 Korrekturschleife.
- Standard (49 €): 5-Tage-Plan für 1–2 Regionen inkl. Ausflug, 5 Unterkunftsvorschläge, 10 Aktivitätstipps, Schlechtwetter-Alternativen, Anreise- und Pausenhinweise, 2 Korrekturschleifen.
- Premium (79 €): 7-Tage-Komplettplanung für mehrere Orte, detaillierter Tagesablauf, Restaurant-/Unterkunfts-Shortlist, Alternativrouten, Reise-Checkliste, 3 Korrekturschleifen, optionaler Chat-Support während der Reise.
Der konkrete Leistungsinhalt jedes Pakets ergibt sich aus der jeweils gültigen Leistungsbeschreibung auf der Website bzw. aus dem individuellen Angebot. Maßgeblich für den Vertragsinhalt ist stets der bei Vertragsschluss ausdrücklich vereinbarte Leistungsumfang.
(2) Die Anbieterin schuldet eine sorgfältige, nach bestem Wissen recherchierte Beratungs- und Planungsleistung (Dienstvertrag gemäß § 611 BGB), keinen bestimmten Erfolg (z. B. keine Garantie für Verfügbarkeit, Preis oder Eignung einer empfohlenen Unterkunft zum Zeitpunkt der tatsächlichen Buchung durch den Kunden).
(3) Grundlage der Reiseplanung sind die vom Kunden mitgeteilten Angaben (u. a. Reisezeitraum, Budget, Anzahl und Bedürfnisse der mitreisenden Hunde, besondere Anforderungen). Die Anbieterin übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Planung, soweit diese auf unrichtigen, unvollständigen oder verspäteten Angaben des Kunden beruht.
(4) Informationen zu Einreisebestimmungen für Hunde, Impfpflichten, Tierarztanforderungen und vergleichbaren behördlichen Vorgaben werden nach bestem Wissen recherchiert, ersetzen jedoch nicht die eigenständige Prüfung durch den Kunden bei den zuständigen Behörden, Botschaften bzw. Tierärzten vor Reiseantritt. § 8 (Haftungsbeschränkung) bleibt unberührt.
(5) Änderungs- und Nachbesserungswünsche im Rahmen des gebuchten Pakets werden im Umfang der in Abs. 1 genannten Korrekturschleifen des jeweiligen Pakets (Einstieg: 1, Standard: 2, Premium: 3) kostenfrei berücksichtigt. Weitergehende Änderungswünsche werden nach Aufwand gemäß der jeweils gültigen Preisliste zusätzlich berechnet, sofern nicht anders vereinbart.
§ 4 Vertragsschluss
(1) Die Darstellung der Leistungspakete auf der Website stellt kein bindendes Angebot der Anbieterin dar, sondern eine unverbindliche Aufforderung an den Kunden, ein Angebot abzugeben (invitatio ad offerendum).
(2) Der Kunde übermittelt seine Anfrage über das Kontaktformular auf der Website (Angabe von Name, E-Mail, gewünschtem Paket, Zielregion/Reisezeitraum und Angaben zu den mitreisenden Hunden) oder auf einem anderen von der Anbieterin angebotenen Kommunikationsweg. Im Anschluss erfolgt in der Regel ein kurzes Kennenlerngespräch. Auf dieser Grundlage unterbreitet die Anbieterin dem Kunden ein Angebot mit Leistungsbeschreibung und Preis. Mit der Bestätigung dieses Angebots durch den Kunden in Textform gibt der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Reiseplanungsvertrags ab.
(3) Der Vertrag kommt erst durch die ausdrückliche Annahme der Anbieterin zustande, insbesondere durch eine Auftragsbestätigung in Textform (z. B. per E-Mail) oder durch Beginn der Leistungserbringung.
(4) Der Vertragstext wird von der Anbieterin gespeichert. Der Kunde erhält die Auftragsbestätigung sowie diese AGB per E-Mail in einer wiedergabefähigen Form (z. B. als PDF-Anhang).
§ 5 Zahlungsbedingungen
(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Beauftragung angegebenen Preise für das jeweils gebuchte Paket (Einstieg 29 €, Standard 49 €, Premium 79 €, jeweils als Endpreis). Die Anbieterin ist Kleinunternehmerin im Sinne des § 19 Abs. 1 UStG; die ausgewiesenen Preise enthalten daher keine Umsatzsteuer. Auf allen Rechnungen wird der Hinweis „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet" aufgenommen.
(2) Nach Annahme des Angebots durch die Anbieterin (§ 4) erhält der Kunde eine Rechnung über den vereinbarten Gesamtpreis. Die Zahlung des vollständigen Rechnungsbetrags ist innerhalb von 7 Tagen nach Rechnungsstellung per Überweisung fällig.
(3) Mit der individuellen Recherche und Planung wird grundsätzlich erst nach vollständigem Zahlungseingang begonnen. Bei kurzfristigen Aufträgen (Reisebeginn innerhalb von 7 Tagen nach Auftragserteilung) kann die Anbieterin nach eigenem Ermessen mit der Bearbeitung bereits vor vollständigem Zahlungseingang beginnen.
(4) Akzeptierte Zahlungsart: Überweisung auf das in der Rechnung angegebene Konto. Weitere Zahlungsarten können im Einzelfall vereinbart werden.
(5) Kommt der Kunde mit einer fälligen Zahlung in Verzug, ist die Anbieterin berechtigt, Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe sowie die Erstattung erforderlicher Mahnkosten zu verlangen. Der Verzugszinssatz beträgt für Verbraucher fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB); handelt es sich beim Kunden nicht um einen Verbraucher, beträgt der Zinssatz für diese Entgeltforderung neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB). Ist der Kunde kein Verbraucher, hat die Anbieterin bei Zahlungsverzug zusätzlich Anspruch auf eine Pauschale von 40 Euro (§ 288 Abs. 5 BGB), die auf einen weitergehenden Verzugsschaden angerechnet wird.
(6) Die Anbieterin behält sich vor, bei Zahlungsverzug die weitere Leistungserbringung bis zum Ausgleich der offenen Forderung auszusetzen. Auf jeder Rechnung wird zusätzlich folgender Hinweis aufgenommen: „Zahlbar innerhalb von 7 Tagen ohne Abzug. Bei Zahlungsverzug nach Ablauf dieser Frist gerät der Kunde in Verzug, ohne dass es einer gesonderten Mahnung bedarf."
(7) Eine Aufrechnung durch den Kunden ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig. Ein Zurückbehaltungsrecht steht dem Kunden nur wegen Ansprüchen aus demselben Vertragsverhältnis zu.
§ 6 Widerrufsrecht für Verbraucher (Fernabsatz)
(1) Schließt ein Verbraucher den Vertrag im Fernabsatz (z. B. über Website, E-Mail oder Telefon ohne persönliche Anwesenheit beider Parteien) ab, steht ihm grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht gemäß §§ 312g, 355 BGB zu. Die gesonderte Widerrufsbelehrung mit Musterwiderrufsformular ist dem Kunden vor Vertragsschluss in Textform zur Verfügung zu stellen; sie ist nicht Bestandteil dieser AGB.
(2) Die Anbieterin beginnt mit der individuellen Recherche und Planung grundsätzlich erst nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist. Wenn der Kunde einen früheren Beginn wünscht – was in der Praxis häufig der Fall ist, da viele Kunden kurzfristig planen – holt die Anbieterin hierfür die ausdrückliche Zustimmung des Kunden sowie dessen Bestätigung ein, dass er zur Kenntnis genommen hat, dass sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch die Anbieterin erlischt (§ 356 Abs. 4 BGB). Ohne diese gesonderte Zustimmung darf mit der Leistung nicht vor Fristablauf begonnen werden. Die Näheren zu dieser Zustimmung regelt die gesonderte Widerrufsbelehrung. Unabhängig davon bleibt § 5 Abs. 3 (Beginn grundsätzlich erst nach vollständigem Zahlungseingang) unberührt: Auch bei erteilter Zustimmung zum vorzeitigen Fristbeginn beginnt die Anbieterin die Bearbeitung erst, wenn zusätzlich die Zahlungsvoraussetzungen nach § 5 erfüllt sind, sofern kein Ausnahmefall nach § 5 Abs. 3 vorliegt.
§ 7 Stornierung durch den Kunden
(1) Der Kunde kann den Reiseplanungsauftrag jederzeit in Textform (E-Mail genügt) kündigen bzw. stornieren.
(2) Ist bei Stornierung die vereinbarte Leistung bereits vollständig erbracht (d. h. der finale Reiseplan wurde dem Kunden gemäß dem gebuchten Paket vollständig übergeben), bleibt der volle vereinbarte Preis als Vergütungsanspruch gemäß § 5 bestehen; dies ist kein Anwendungsfall einer Stornopauschale, sondern Folge der bereits vollständig erfüllten Leistungspflicht der Anbieterin.
(3) Für den Fall einer Stornierung vor vollständiger Erbringung der Leistung gelten folgende Stornierungsstaffeln, gestaffelt nach dem Zeitpunkt des Zugangs der Stornierungserklärung und dem bereits erbrachten Arbeitsaufwand:
| Zeitpunkt der Stornierung | Stornierungsgebühr |
|---|---|
| Bis 7 Tage nach Auftragserteilung, bevor mit der individuellen Recherche begonnen wurde | Kostenfrei, bereits gezahlte Beträge abzüglich einer Bearbeitungspauschale von 15 € werden erstattet |
| Nach Beginn der individuellen Recherche/Planung, bis zur Übergabe eines ersten Planungsentwurfs | 50 % des vereinbarten Gesamtpreises |
(4) Die vorstehenden Pauschalen (Abs. 3) entsprechen dem nach der Erfahrung der Anbieterin gewöhnlich zu erwartenden Aufwand bzw. Schaden im Sinne des § 309 Nr. 5 lit. a BGB. Dem Kunden wird hiermit ausdrücklich der Nachweis gestattet, dass der Anbieterin überhaupt kein Aufwand/Schaden oder ein wesentlich niedrigerer Aufwand/Schaden entstanden ist (§ 309 Nr. 5 lit. b BGB); in diesem Fall ist nur der nachweislich geringere Betrag geschuldet.
(5) Der Anbieterin bleibt es unbenommen, anstelle der Pauschale nach Abs. 3 einen höheren, konkret nachgewiesenen tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stellen.
(6) Für Stornierungen bzw. Änderungen von Leistungen, die der Kunde direkt bei Dritten (Hotels, Fährgesellschaften, Aktivitätsanbietern) gebucht hat, gelten ausschließlich die Stornobedingungen des jeweiligen Leistungsträgers. Die Anbieterin hat hierauf keinen Einfluss und übernimmt insoweit keine Haftung.
(7) Das Widerrufsrecht des Verbrauchers gemäß § 6 bleibt von dieser Regelung unberührt und geht als spezialgesetzliche Regelung im Anwendungsbereich vor.
§ 8 Haftungsbeschränkung
(1) Die Anbieterin haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Pflichtverletzung der Anbieterin, ihrer gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen, sowie für sonstige Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung der Anbieterin, ihrer gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen.
(2) Für Schäden aus der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten – d. h. Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf), die auf einfacher Fahrlässigkeit beruhen, haftet die Anbieterin der Höhe nach begrenzt auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.
(3) Im Übrigen ist die Haftung der Anbieterin für einfach fahrlässig verursachte Schäden ausgeschlossen.
(4) Speziell für Fehler bei Buchungsempfehlungen gilt: Die Anbieterin recherchiert Empfehlungen zu Unterkünften, Reisezielen, Aktivitäten und sonstigen Leistungen nach bestem Wissen und mit der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Da die Anbieterin selbst keine Reiseleistungen erbringt oder vermittelt (vgl. § 2), sondern lediglich Empfehlungen ausspricht, haftet sie nicht für:
- die tatsächliche Verfügbarkeit, Qualität, Sicherheit oder Eignung der empfohlenen Leistungen zum Zeitpunkt der eigenständigen Buchung durch den Kunden,
- Preisänderungen, Ausbuchungen oder Angebotsänderungen seitens der jeweiligen Leistungsträger,
- die Richtigkeit von Angaben Dritter (z. B. Hotelbeschreibungen, Angaben zur Haustierfreundlichkeit auf Drittportalen), die die Anbieterin nach bestem Wissen, aber ohne eigene Vor-Ort-Prüfung jeder Einzelinformation weitergibt,
- Schäden, die aus der eigenverantwortlichen Entscheidung des Kunden entstehen, eine empfohlene Leistung zu buchen oder nicht zu buchen.
Dies gilt nicht, soweit die Anbieterin die fehlerhafte Empfehlung vorsätzlich, grob fahrlässig oder unter Verletzung einer Kardinalpflicht (dann begrenzt nach Abs. 2) verursacht hat, sowie nicht für Schäden gemäß Abs. 1.
(5) Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der Erfüllungsgehilfen und gesetzlichen Vertreter der Anbieterin, wenn Ansprüche direkt gegen diese geltend gemacht werden.
(6) Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz sowie für die Übernahme einer Garantie bleibt von den vorstehenden Beschränkungen unberührt.
(7) Eine Beweislastumkehr zum Nachteil des Kunden ist mit den vorstehenden Regelungen nicht verbunden.
§ 9 Mitwirkungspflichten des Kunden
(1) Der Kunde ist verpflichtet, der Anbieterin alle für die Reiseplanung erforderlichen Informationen wahrheitsgemäß, vollständig und rechtzeitig mitzuteilen, insbesondere zu Anzahl, Größe, Verhalten und gesundheitlichen Besonderheiten der mitreisenden Hunde sowie zu eigenen besonderen Bedürfnissen.
(2) Der Kunde ist verpflichtet, empfohlene Einreise-, Impf- und sonstige behördliche Vorgaben für die Mitnahme von Hunden in eigener Verantwortung bei den zuständigen Stellen (Botschaften, Veterinärämtern, Tierärzten) zu verifizieren, bevor er die Reise antritt.
(3) Kommt der Kunde diesen Mitwirkungspflichten nicht nach, ist die Anbieterin von einer Haftung für hieraus entstehende Schäden bzw. Fehlplanungen freigestellt.
§ 10 Datenschutz
(1) Die Anbieterin verarbeitet personenbezogene Daten des Kunden (z. B. Name, Kontaktdaten, Reisepräferenzen, Angaben zu mitreisenden Hunden) ausschließlich im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), insbesondere zur Vertragsanbahnung, -durchführung und -abwicklung (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO) sowie – soweit gesondert eingewilligt – zu Marketingzwecken, z. B. Versand von Angeboten oder eines Newsletters (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Die Einwilligung zu Marketingzwecken ist freiwillig, von der Inanspruchnahme der Reiseplanungsleistung unabhängig und jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufbar.
(2) Ausführliche Informationen zu Art, Umfang, Zweck der Datenverarbeitung sowie zu den Rechten des Kunden als betroffene Person (u. a. Auskunft, Berichtigung, Löschung, Widerspruch, Datenübertragbarkeit gemäß Art. 15–21 DSGVO) sind der gesonderten Datenschutzerklärung unter amilou-reisen.de/datenschutz.html zu entnehmen, die integraler Bestandteil der Vertragsanbahnung, jedoch kein Bestandteil dieser AGB im engeren Sinne ist.
(3) Eine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte (z. B. empfohlene Leistungsträger, sofern der Kunde die Anbieterin ausdrücklich mit einer Vorabkontaktaufnahme beauftragt) erfolgt nur, soweit dies zur Vertragserfüllung erforderlich ist oder der Kunde ausdrücklich eingewilligt hat. Im Regelfall bucht der Kunde selbst direkt beim jeweiligen Leistungsträger (vgl. § 2), sodass die Anbieterin dessen Daten hierfür nicht an Dritte weitergibt.
§ 11 Geistiges Eigentum
(1) Die von der Anbieterin erstellten Reisepläne, Recherchedokumente und sonstigen Arbeitsergebnisse sind urheberrechtlich geschützt und ausschließlich zum persönlichen Gebrauch des Kunden für die konkret gebuchte Reise bestimmt.
(2) Eine Weitergabe, Vervielfältigung oder gewerbliche Nutzung der Arbeitsergebnisse durch den Kunden gegenüber Dritten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Anbieterin.
§ 12 Änderungen der AGB
(1) Für jeden einzelnen Reiseplanungsauftrag gilt ausschließlich die Fassung dieser AGB, die zum Zeitpunkt des jeweiligen Vertragsschlusses (§ 4) gültig war. Eine spätere Änderung dieser AGB wirkt sich nicht auf bereits abgeschlossene Aufträge aus.
(2) Beabsichtigt die Anbieterin, diese AGB für künftige Vertragsschlüsse zu ändern, so wird die geänderte Fassung rechtzeitig vor einem neuen Vertragsschluss auf der Website veröffentlicht und dem Kunden im Rahmen des jeweiligen Angebots (§ 4 Abs. 2) erneut in Textform zur Kenntnis gegeben. Für den neuen Vertrag gilt die geänderte Fassung nur, wenn sie wirksam gemäß § 305 BGB einbezogen wird (vgl. Checkliste am Ende dieses Dokuments).
§ 13 Anwendbares Recht und Gerichtsstand
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
(2) Bei Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur insoweit, als hierdurch der Verbraucher nicht der Schutz zwingender Bestimmungen des Rechts seines gewöhnlichen Aufenthaltsorts entzogen wird.
(3) Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag der Sitz der Anbieterin (Saterland).
§ 14 Salvatorische Klausel
(1) Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, so bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt.
(2) Anstelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung gilt diejenige wirksame und durchführbare Regelung als vereinbart, deren Wirkung der wirtschaftlichen Zielsetzung, die die Vertragsparteien mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung verfolgt haben, am nächsten kommt. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich diese AGB als lückenhaft erweisen.
(3) Diese Klausel dient ausschließlich der Klarstellung und begründet keine über die gesetzliche Regelung des § 306 BGB hinausgehende Rechtsfolge; insbesondere bleibt es bei der gesetzlichen Auslegungsregel, wonach im Zweifel der Vertrag im Übrigen wirksam bleibt.
Checkliste: Wirksame Einbeziehung der AGB gemäß § 305 BGB
Damit Ihre AGB gegenüber Kunden überhaupt Vertragsbestandteil werden, müssen nach § 305 Abs. 2 BGB kumulativ drei Voraussetzungen erfüllt sein. Nutzen Sie diese Checkliste vor jedem Vertragsschluss bzw. bei der Gestaltung Ihres Buchungsprozesses (Website, E-Mail, persönliches Gespräch).
1. Ausdrücklicher Hinweis auf die Geltung der AGB (§ 305 Abs. 2 Nr. 1 BGB)
- Auf der Website ist bei jedem Buchungs-/Anfrageformular ein deutlich sichtbarer Hinweis platziert, z. B.: „Mit Absenden dieser Anfrage erkenne ich die AGB von Amilou Reisen mit Hund an."
- Der Hinweis erfolgt vor Abschluss des Bestellvorgangs, nicht erst danach (z. B. nicht nur in der Auftragsbestätigung).
- Bei schriftlichen Angeboten/Rechnungen ist ein Verweis auf die Geltung der AGB aufgenommen (z. B. Fußzeile: „Es gelten unsere AGB, einsehbar unter [Link]").
- Bei mündlicher/telefonischer Auftragserteilung wird der Kunde ausdrücklich mündlich auf die Geltung der AGB hingewiesen und dies im Nachgang schriftlich bestätigt (z. B. in der Auftragsbestätigungs-E-Mail).
- Der Hinweis ist nicht in einer unauffälligen Fußnote „versteckt", sondern für einen durchschnittlichen Kunden ohne Weiteres erkennbar.
2. Zumutbare Möglichkeit der Kenntnisnahme (§ 305 Abs. 2 Nr. 2 BGB)
- Die vollständigen AGB sind auf der Website jederzeit abrufbar verlinkt (z. B. im Footer und zusätzlich direkt im Buchungsprozess).
- Der Link zu den AGB funktioniert und führt zu einer vollständigen, aktuellen Fassung (keine toten Links, kein Medienbruch bei postalischer Kommunikation).
- Die AGB werden dem Kunden zusätzlich als Anhang (z. B. PDF) per E-Mail mit der Auftragsbestätigung übermittelt, sodass er sie speichern und ausdrucken kann (Textform, § 126b BGB).
- Die AGB sind sprachlich verständlich und optisch übersichtlich gestaltet (ausreichende Schriftgröße, klare Gliederung durch Paragrafen/Überschriften) – eine für den Kunden faktisch unlesbare Klausel wird nicht wirksam einbezogen.
- Bei persönlichem Gespräch/Vor-Ort-Termin liegen die AGB in Papierform zur Einsicht bereit oder werden ausgehändigt.
- Es wird geprüft, ob besondere Bedürfnisse einzelner Kunden (z. B. Sehbehinderung) eine andere Form der Kenntnisnahme erfordern.
3. Einverständnis des Kunden mit der Geltung der AGB (§ 305 Abs. 2 a. E. BGB)
- Im Online-Buchungsprozess ist eine aktive Checkbox vorgesehen (nicht vorangehakt!), die der Kunde selbst anklicken muss: „Ich habe die AGB gelesen und akzeptiere diese."
- Ohne Anklicken der Checkbox ist ein Absenden der Anfrage/Buchung technisch nicht möglich (Zwangsführung im Bestellprozess).
- Bei schriftlichem Vertragsschluss unterschreibt der Kunde ein Dokument, das den Hinweis auf die Geltung der AGB enthält.
- Bei mündlichem/telefonischem Vertragsschluss wird das Einverständnis des Kunden (auch konkludent, z. B. durch widerspruchslose Auftragsdurchführung nach Hinweis) dokumentiert, etwa durch Gesprächsnotiz oder Bestätigungs-E-Mail.
- Es erfolgt keine Kombination mit überraschenden Klauseln im Sinne des § 305c BGB, mit denen der Kunde nach den Umständen nicht rechnen musste (z. B. versteckte Zusatzkosten in einer AGB-Klausel ohne gesonderten Hinweis).
4. Zusätzliche Praxis-Empfehlungen
- Aktuelle Version und Datum der AGB sind im Dokument klar erkennbar (Versionsstand), damit bei späteren Änderungen nachvollziehbar ist, welche Fassung galt.
- Der Vertragstext (Auftragsbestätigung + AGB + ggf. Widerrufsbelehrung) wird revisionssicher archiviert.
- Bei Verbraucherverträgen im Fernabsatz wird zusätzlich zur AGB-Einbeziehung die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbelehrung (samt Muster-Widerrufsformular) rechtzeitig vor Vertragsschluss zur Verfügung gestellt – dies ist ein eigenständiges Erfordernis neben der AGB-Einbeziehung.
- Die AGB werden regelmäßig (mind. jährlich oder bei Gesetzesänderungen) auf Aktualität geprüft, insbesondere im Hinblick auf reiserechtliche und verbraucherschutzrechtliche Änderungen.
- Vor dem ersten produktiven Einsatz erfolgt eine anwaltliche Prüfung der finalen AGB-Fassung sowie der begleitenden Pflichtdokumente (Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung, Impressum).
Merksatz: Hinweis + Möglichkeit zur Kenntnisnahme + Einverständnis = wirksame Einbeziehung. Fehlt auch nur eine dieser drei Voraussetzungen, werden die AGB nicht Vertragsbestandteil, und es gilt ausschließlich das dispositive Gesetzesrecht (BGB).
Quellen und rechtliche Grundlagen
- § 305 BGB – Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den Vertrag
- § 306 BGB – Rechtsfolgen nicht einbezogener und unwirksamer Bestimmungen
- § 307 BGB – Inhaltskontrolle
- § 309 BGB – Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit
- § 651a BGB – Vertragstypische Pflichten beim Pauschalreisevertrag
- § 356 BGB – Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
- IHK: Abgrenzung Reiseveranstalter und Reisevermittler
- IHK Karlsruhe: Allgemeine Geschäftsbedingungen – wirksame Einbeziehung
- Kanzlei Herfurtner: Kardinalpflichten – Bedeutung, Haftung und AGB-Prüfung
- IT-Recht Kanzlei: Wirksamkeit von Haftungsausschluss/-begrenzung in AGB
- IHK Kassel-Marburg: Widerrufsrecht im Fernabsatz
- § 286 BGB – Verzug des Schuldners
- § 288 BGB – Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden
- BGH, Urteil v. 27.04.2021 – XI ZR 26/20: Unwirksamkeit von Zustimmungsfiktionen bei AGB-Änderungen
- eventfaq.de: Voraussetzungen wirksamer Stornopauschalen nach § 309 Nr. 5 BGB
- reise-recht-wiki.de: Unwirksamkeit einer 100%igen Stornokostenpauschale (OLG Nürnberg)
Dieses Dokument wurde auf Basis der aktuellen Rechtslage (u. a. BGB, EGBGB) erstellt und ist auf das konkrete Geschäftsmodell von Amilou Reisen mit Hund als reiner Reiseplanungs- und Beratungsdienstleister zugeschnitten. Es stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Vor der erstmaligen Verwendung sowie bei wesentlichen Änderungen des Geschäftsmodells wird eine Prüfung durch eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Reise- oder Vertragsrecht empfohlen.